Tag 10 – Nachmittag in der Fournier Bay
Nach einer kurzen Nachmittagspause und einem Positionswechsel unseres Forschungsschiffs nach "Fournier Bay" führten wir dort eine weitere Zodiac-Tour durch.
Kurz zur Erklärung: Wir haben an Bord etwa 10 schwarze Zodiacs, die wie Schlauchboote aussehen. Diese werden mit einem Kran von Deck 7 aus ins Wasser gelassen und von den „Zodiac Drivern“ gesteuert. Bevor wir jedoch einsteigen können, wird von Deck 3 aus eine Tür geöffnet und ein Gerüst montiert, damit wir sicher in die Zodiacs einsteigen können.
Nach dem erfolgreichen Boarding machten wir uns auf Expedition durch die Fournier Bay und erkundeten die eisige Bucht mit vielen… sehr vielen Gletschern, Eisschollen und größeren Eisbergen. An einigen davon konnten wir auch Wildtiere wie Seelöwen und Robben beobachten – natürlich mit ausreichend Abstand und dem nötigen Respekt gegenüber den Tieren.
Unsere Zodiac-Driverin fischte sogar ein Stück Gletschereis aus dem Wasser und zeigte uns, dass man durch die eingeschlossene Luft im Eis herausfinden kann, unter welchen klimatischen Bedingungen es entstanden ist oder so… ganz genau habe ich das wissenschaftlich nicht verstanden – erstens, weil ich von der Umgebung komplett fasziniert war, und zweitens, weil mein Englisch nicht immer ganz ausreicht 😅
Das waren unsere beiden Expeditionen heute – und die hatten es wirklich in sich. Wir sind total begeistert von der gesamten Reise, von der Crew und auch von den Forscherinnen und Forschern an Bord. Sie geben sich extrem viel Mühe, uns ihre Leidenschaft und ihr Wissen über die Antarktis näherzubringen und beantworten geduldig all unsere Fragen.
Nach der Tour desinfizierten wir wieder unsere Schuhe, machten den Onboard-Check-in und gingen anschließend zum Briefing für den morgigen Tag. Matt – der „Chief of the Tour“ oder so ähnlich – erklärte uns die weitere Route und den Ablauf für morgen. Kleiner Spoiler: Es wird wahnsinnig aufregend!
Man merkt wirklich, dass die gesamte Crew genauso überwältigt ist wie wir. Alle sind entspannt, begeistert und man spürt, wie wir immer mehr zu einer großen Gemeinschaft zusammenwachsen.
Am Abend gab es dann noch ein richtig gutes Essen mit Glühwein.
welches wir wieder mit Megane und Brandon – unseren neuen Freunden aus Dallas verbrachten. Wir verstehen uns wirklich super mit ihnen, da wir einen sehr ähnlichen Humor und ähnliche Interessen haben.
Nach dem Abendessen gab es in der Main Lounge noch ein kleines Konzert von einem der Forscher. Gemeinsam mit den beiden haben wir dabei noch eine Flasche Wein getrunken. Und ja… mit ein bisschen Alkohol spricht sich Englisch gleich viel besser 😄
Das Konzert war wirklich sehr stimmungsvoll, und das Schönste daran war, dass fast alle vom Schiff dabei waren – sogar der Co-Kapitän. Er hat sich sehr über die Gemeinschaft gefreut. Kurze Randinfo: Der Co-Kapitän wird unser Expeditionsschiff nach dieser Antarktis-Reise in den Norden der Erde zu steuern, um dort Arktis-Fahrten zu machen.
Alles in allem war es wieder ein unglaublich spektakulärer und intensiver Tag hier in der Antarktis.
Vielen Dank fürs Lesen – das nächste Update gibt es dann morgen!